Reaktions-Zwischenstufen bei der Proteolyse durch Elastase
Kennzeichnend für Serin-Proteasen ist die katalytische Triade der Aminosäuren Serin, Histidin und Asparaginsäure, die in allen Enzymen dieses Typs konserviert ist. In Elastase (in diesem Beispiel aus Schweinepankreas) sind Ser195, His57 und Asp102 beteiligt, außerdem ein essentielles Wassermolekül. Ein weiteres gemeinsames Strukturmerkmal ist die sterische Anordnung zweier Stickstoffatome des Proteingerüstes, die ein negativ geladenes Sauerstoffatom des Substrates in eine Position dirigieren, die das Substrat für die Spaltungsreaktion fixiert. Dieser Teil der Protease wird Sauerstoffionenfalle genannt ("oxyanion hole").
Theorie:
Das zu spaltende Peptid wird im Enzym nicht-kovalent in einer Furche in der Nähe der katalytischen Triade gebunden. Das Schema unten zeigt den Reaktionsablauf: Im ersten Schritt greift die Hydroxylgruppe von Ser195 nucleophil die Amidbindung des Substrates an und bildet einen Ester. Der carboxylterminale Teil des Substrates wird dabei freigesetzt. Die aminoterminale Seite des Substrates ist kovalent an das Enzym gebunden. Im nächsten Schritt abstrahiert His57 ein Proton von einem Wassermolekül, dessen übrigbleibender OH--Teil sich an den Ester-Kohlenstoff anlagert. Dadurch entsteht die Oxyanionen-Zwischenstufe.
Eine solche Struktur (drei Sauerstoffatome an ein Kohlenstoffatom gebunden) ist extrem instabil. Sie zerfällt zu einer Säure und einem Alkohol (Ser195), wobei in diesem Fall das Enzym regeneriert wird und der aminoterminale Teil des Substrates freigesetzt wird.